Hausmittel & Co. – natürlich gesund

Herbst

Draußen fallen Sonnenstrahlen durch die sich verfärbenden Blätter. Das Laub auf dem Boden raschelt. Kein Zweifel, der Herbst ist da. Und mit ihm auch so manche Erkältung. Bis zu 200 davon, so sagt man, macht jeder von uns durch.

Doch warum sind wir anfällig für Erkältungen? Unser Immunsystem ist eng verbunden mit unserer Psyche. Stress, Unzufriedenheit, Angst, Trauer und andere negative Gefühle wirken belastend. Halten sie über längere Zeit an, schwächen sie unser Immunsystem und Viren haben nun ein leichtes Spiel.

Damit ihr Erkältungen vorbeugen könnt, stelle ich euch hier einige Hausmittel vor, die auch Oma schon kannte. So könnt auch ihr euch selbst helfen, ohne gleich zum Arzt oder in die Apotheke gehen zu müssen.

Hausmittel & Co. zur Erkältungsprävention: Vorsicht ist besser als Nachsicht

Zunächst einmal gilt es, die eigene Abwehr zu stärken. Dazu gehört eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung. Vor allem die Vitamine A, C und E helfen dem Immunsystem. Tomaten, Karotten und Kürbisse sind beispielsweise reich an Vitamin A. Dieses Vitamin hält Haut und Schleimhäute gesund und unterstützt so wirkungsvoll die Barrieren gegen Viren und Bakterien.

Obst
© Bianca Rantzsch

Vitamin C und E wirken antioxidativ, sie fangen also freie Radikale und schützen so vor Zellschäden. Vitamin C findet sich vor allem in Kiwis und Zitrusfrüchten, Vitamin E in Sonnenblumenöl, Mandeln und Nüssen.

Damit das Immunsystem gut und wirkungsvoll arbeiten kann, ist es wichtig, den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Das heißt, ihr solltet mindestens zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag zu euch nehmen. Hier empfehlen sich Kräutertees, die die Immunabwehr stärken. Für seine adstringierende und antivirale Wirkung wird beispielsweise der aus Griechenland stammende Cystus-Tee (Cistus incanus) geschätzt.

Doch nicht nur durch die eigene Ernährung könnt ihr eure Abwehr stärken. Sie wird auch stärker, je weniger ihr unter Stress leidet. Reduziert nach Möglichkeit Situationen und Umstände, die euch überlasten und erschöpfen. Bewegt euch, geht raus an die frische Luft und genießt den Herbst bei einem Spaziergang, nehmt ein Entspannungsbad, meditiert – kurz, tut das, was euch dabei hilft, zu entspannen.

Sorgt dabei aber immer auch für warme Füße. Denn diese sind reflektorisch eng mit den Schleimhäuten in euren Atemwegen verbunden. Sind eure Füße kalt, drosselt das vegetative Nervensystem die Durchblutung im Nasen-Rachen-Raum. Dadurch steigt das Risiko einer Infektion.

Warme Fußbäder wirken dagegen entspannend auf die Bronchien. Dafür könnt ihr jeweils einen Liter Thymian- und Schachtelhalmtee aus jeweils acht Teelöffeln der Kräuter kochen und ihn in eine Fußbadewanne schütten. Diesem Gemisch fügt ihr so lange kaltes Wasser hinzu, bis eine Temperatur von etwa 33 °C erreicht ist. Taucht eure Füße hinein und füllt nun wiederum heißes Wasser hinzu, bis etwa 42 °C erreicht sind. Genießt die Wärme und trocknet eure Füße danach gründlich ab. Zieht warme Socken an und gönnt euch noch etwas Ruhe.

Abhärten könnt ihr euch auch durch Wechselduschen. Vor allem jetzt in der kälter werdenden Jahreszeit bringen sie den Kreislauf auf Trab und helfen so den Blutgefäßen, nicht mehr so sensibel auf äußere Kältereize zu reagieren. Dabei beginnt ihr mit einer Minute warmen Duschens. Dann streckt ihr euch und dehnt euren Körper, um ihn zu aktivieren, denn nun folgt das kalte Wasser. Damit duscht ihr euch am besten in dieser Reihenfolge ab: rechtes Bein (am weitesten vom Herzen entfernt), linkes Bein, dabei jeweils von außen nach innen, dann rechter Arm, linker Arm, Bauch, Brust, Nacken und schließlich das Gesicht. Wiederholt das Ganze ein- oder zweimal. Es belebt.

Hatschi – hat’s euch doch erwischt, helfen diese Hausmittel

Hat es euch doch erwischt, so gilt erst recht die Devise, viel und regelmäßig zu trinken. Auch dann, wenn ihr gar keinen Durst habt. Denn euer Körper braucht die Flüssigkeit, um die Viren mithilfe des Schleims heraus zu spülen.

Mit Lindenblütentee erhöht ihr zusätzlich die Körpertemperatur und bringt euch so richtig zum Schwitzen, wodurch bereits vorhandene Viren abgetötet werden können. Auch der Schleim wird dadurch leichter gelöst und kann besser abtransportiert werden. Zusätzlich wirken die Inhaltsstoffe der Lindenblüten krampflösend, entzündungshemmend, schmerzstillend und beruhigend.

Den Körper könnt ihr auch mit Hilfe eines warm-heißen Vollbades auf Temperatur bringen. Eurem Badewasser könnt ihr einige Tropfen ätherischer Öle beimischen. Eukalyptus, Myrrhe, Thymian oder Wacholder wirken beispielsweise antibiotisch. Doch Vorsicht, bleibt nicht zu lange im warm-heißen Wasser. Euer Körper könnte sonst mit Kreislaufschwierigkeiten antworten.

Wenn ihr niesen müsst, niest ohne Scham. Versucht nicht, nach innen zu niesen, indem ihr euch die Nase zu haltet. Der dadurch entstehende Überdruck steigt nur in die Ohren hinauf, Schleim könnte unter Umständen bis in die Stirnhöhle gepumpt werden und dort Entzündungen verursachen.

Eure oberen Atemwege könnt ihr mit Dampfbädern und Inhalationen von Schleim und anderen Ablagerungen reinigen. Sie lindern zudem Schmerzen und Hustenreiz. Kocht dazu etwa drei bis vier Liter Wasser und fügt jeweils zwei Esslöffel Kamillenblüten und Thymian hinzu sowie etwas Salz. Kamillen wirken entzündungshemmend und schmerzstillend, Thymian schleimlösend und beruhigend. Salz desinfiziert und löst den Schleim. Lasst dieses Gemisch etwa zehn Minuten ziehen, bevor ihr euch über den Dampf beugt. Bedeckt euren Kopf, die Schultern und die Schüssel mit einem großen Tuch und atmet die Dämpfe ein, abwechselnd durch Nase und Mund. Ist es euch unangenehm, erhöht eure Entfernung zur Schüssel etwas. Es sollte auf keinen Fall auf der Haut oder in den Atemwegen brennen oder schmerzen. Alternativ zur Schüssel könnt ihr auch ein Inhaliergerät benutzen. Atmet die Dämpfe etwa zehn bis fünfzehn Minuten ein und gönnt euch danach etwas Ruhe. Meidet direkt nach dem Inhalieren kalte Luft. Das würde eure aufgeheizten Atemwege reizen und zu einer Verschlimmerung der Symptome führen.

Trotz Hausmittel keine Besserung: ärztliche Hilfe

Sollten sich eure Symptome nach drei Tagen tatsächlich nicht gebessert haben, solltet ihr euch ärztliche Hilfe suchen. Vor allem dann, wenn sich zusätzliche Beschwerden wie diese einstellen:

  • Atemprobleme
  • Müdigkeit, Erschöpfung
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Schwindelanfälle
  • Kreislaufstörungen, Herzrasen
  • Hustenkrämpfe
  • hohes Fieber
  • Auswurf von zähflüssigem Schleim oder Blut beim Husten
  • Schmerzen im Brustkorb oder im Bereich der Stirn und Wangen

Diese Symptome können auf schwerwiegende Erkrankungen hindeuten wie beispielsweise eine echte Grippe, Bronchitis oder Lungenentzündung. Hier solltet ihr einen Arztbesuch nicht zu lange hinauszögern.

Ich wünsche euch jedoch, dass ihr mit den hier vorgestellten Hausmitteln gut durch die kalte Zeit des Jahres kommt und ein Arztbesuch gar nicht erst nötig wird. Zu guter Letzt verrate ich euch noch meine liebste und leckerste Variante, mich auf den Herbst einzustimmen und gleichzeitig meine Abwehr zu stärken.

Mein Hausmittel der Wahl: Hühnersuppe für Leib und Seele

Dafür benötigt ihr folgende Zutaten (Menge je nach eurem Geschmack):

Suppe
© Bianca Rantzsch
  • Butter/Öl
  • Huhn (Brust oder Schenkel)
  • Zwiebeln, Knoblauch
  • Salz, Pfeffer, Paprika
  • Muskat, Chili, Cumin, Kurkuma, Koriander
  • Suppengrün: Karotten, Lauch, Sellerie
  • Ingwer, Piment- und Wacholderbeeren, Lorbeer
  • Zimt, Anis, Gewürznelken
  • Bandnudeln/Reis/Kartoffeln/…
  • Petersilie

 


Huhn, Zwiebeln und Knoblauch werden in Öl oder Butter angebraten und mit Salz, Pfeffer und Paprika gewürzt. Sowohl der Knoblauch als auch die Zwiebeln wirken antibakteriell. Zusätzlich könnt ihr auch noch mit Muskat, Chili, Cumin, Kurkuma und Koriander würzen. Muskat beruhigt nicht nur Geist und Nerven, sondern fördert auch die Verdauung und damit die Aufnahme von Nährstoffen, die die Abwehr stärken. Cumin entgiftet. Paprika und Chili erregen durch das in ihnen enthaltene Capsaicin Wärme- und Schmerzrezeptoren. Auch der Pfeffer wirkt auf diese Rezeptoren. Sie wiederum regen reflektorisch die Speichel- und Magensaftsekretion an und sorgen dafür, dass Verdauungsenzyme ausgeschüttet werden. Auch Kurkuma und Koriander weisen eine die Magensaftproduktion anregende Wirkung auf und sind gleichzeitig entzündungshemmend.

Wenn das Fleisch gut angebraten ist und sich der Duft der Gewürze im Raum verbreitet, könnt ihr nun das in Würfel geschnittene Gemüse hinzufügen. Karotten sind reich an Vitamin C, Kalium und Eisen. Kalium beeinflusst das Zellwachstum und reguliert das Säure-Basen-Gleichgewicht, während Eisen für die Blutbildung und den Sauerstofftransport in unserem Körper wichtig ist. Lauch enthält nicht nur Vitamine und Mineralien, sondern gibt der Suppe auch zusätzlichen Geschmack. Sellerie wirkt verdauungsfördernd.

Nachdem das Gemüse etwas angeschwitzt ist, könnt ihr Wasser hinzugeben, bis alles überdeckt ist. Der Suppe könnt ihr nun in einem Teeei noch einige Piment- und Wacholderbeeren, Lorbeerblätter und Ingwerscheiben beifügen, sie runden den Geschmack ab. Wacholder wirkt zudem verdauungsfördernd und gegen Sodbrennen. Ingwer wärmt von innen heraus. Seine Schärfe regt die Verdauung an, löst den Schleim und beruhigt die Bronchien.

Wer es exotisch mag, kann zusätzlich noch etwas Zimt, Anis und Gewürznelken ins Teeei geben. Zimt ist, ähnlich dem Ingwer, nahezu ein gesundheitliches Universalmittel. Er stärkt unter anderem die Verdauung, vermindert den Schleim und unterstützt die Vermehrung der weißen Blutzellen, die Krankheitserreger abwehren. Auch Anis unterstützt die Verdauung, wirkt zudem aber auch fiebersenkend, schleimlösend und schlaffördernd. Nelken enthalten ätherische Öle und weisen einen hohen Gehalt an Antioxidantien auf.

Die Gewürze geben der Suppe also nicht nur Geschmack, sondern tun auch unserer Gesundheit etwas Gutes. Lasst das Ganze nun bei mittlerer Hitze köcheln, bis das Gemüse bissfest ist. Zur Hühnersuppe passen Bandnudeln, Reis und Kartoffeln gut als Sättigungsbeilage. Probiert aus, was euch am besten schmeckt. Dekorieren könnt ihr eure fertige Hühnersuppe mit etwas Petersilie (ebenso reich an Vitamin C).

Wohl bekomm’s. – Mögen euch die hier vorgestellten Hausmittel helfen und gut durch die kalte Jahreszeit begleiten.

 

 

Literatur zum Weiterlesen:

Zittlau, Jörg/Kriegisch, Norbert/Heink, Dagmar: Hausmittel – Geprüfte Naturheilmittel ohne Nebenwirkungen; Südwest Verlag; München 2010.

Kluge, Heidelore: Gesundheit aus der Apotheke – Die Natur bittet zu Tisch; Moewig; Rastatt 1994.

Siegel, Gerhard: Heilpflanzen; Unipart; Offenbach 1999.

Sabnis, Nicky Sitaram: Das große Ayurveda-Kochbuch – 150 einfache, indisch inspirierte Rezepte; AT Verlag; Baden und München 2010.

 

 

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