Rückenschmerzen - Gedanken zu Ursachen und Maßnahmen

Rücken

Laut Gesundheitsbericht der AOK Sachsen von 2013 fällt auch in Leipzig der größte Anteil an Arbeitsunfähigkeitstagen ursächlich auf Muskel- und Skelettverletzungen zurück.

Und das, obwohl es im Vergleich zu anderen Erkrankungen weniger Vorfälle gibt. In der Summe sind es etwa 25 % aller Krankheitstage. Am weitaus häufigsten ist dabei der Rücken-/Wirbelbereich betroffen. Besonders hier ist die Heilung und Rehabilitation am langwierigsten und der finanzielle Aufwand seitens der Krankenkassen am größten.


Körperliche Ursachen für Rückenschmerzen

Um sich die möglichen Ursachen von Rückenschmerzen vor Augen zu führen, sollte man sich zunächst anschauen, welche physischen Strukturen sich im Rückenbereich befinden.

Aus den Wirbelkörpern der Wirbelsäule treten beidseitig Spinalnerven aus. Sie steuern die Muskulatur des ganzen Rumpfbereichs an und empfangen die sensiblen Informationen der Haut. Des Weiteren strahlen Nerven aus dem Bauchinneren auch in den Rücken aus. Über die Fläche des gesamten Rückens verteilt befinden sich sowohl oberflächliche Muskeln (wie der Trapezmuskel vom Hals hinunter zwischen den Schulterblättern) als auch viele kleine Muskeln zwischen den Wirbelkörpern. Alle diese Strukturen bestehen aus Zellen, die über Blutgefäße mit Nährstoffen versorgt werden müssen.

Die physiologischen Ursachen für Rückenschmerzen können im Wesentlichen also hier gefunden werden:

Burger und Co.
Ungesunde Ernährung als Ursache © RD
  • im Bewegungsapparat,
  • im Nervensystem,
  • in der Ernährung/im Stoffwechsel
  • im Bauchinneren (z. durch Entzündungen/Schädigungen der inneren Organe).

Abseits davon gibt es noch viele andere Möglichkeiten, die Rückenschmerzen hervorrufen können. Dazu zählen auch chronische Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis und verschiedene Arten von Tumoren.

Beim Bewegungsapparat sind Probleme und Schäden in der Regel durch zu wenig Bewegung oder zu einseitiges Training bedingt. Hauptsächlich liegt es an monotonen Tätigkeiten bei körperlastigen Berufen oder zu viel Sitzen im Büro/zu Hause vor dem PC. Das wiederum kann auch bewirken, dass die Wirbelsäule an Halt verliert, die austretenden Spinalnerven gequetscht und gereizt werden und so Schmerzen entstehen.

Beim Stoffwechsel spielen ein unausgeglichener Mineralhaushalt, Minderdurchblutung bestimmter Regionen (und damit Minderversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen) oder Fehlernährung die größte Rolle. Auch Entzündungen im Wirbelbereich und hormonelle Umstellungen, die einen Abbau der Knochenstruktur bewirken können (Osteoporose), können Ursache sein.

 

Psychische Ursachen für Rückenbeschwerden

Wirbel

Psychische Entsprechung nach Dorn-Therapie ®

3.-6. Halswirbel

  • Haltlosigkeit
  • Schuldgefühle
  • Nicht durchbeissen können
  • Mentale Überforderung

7. Halswirbel

  • Unterdrückung
  • Demütigung

1.-3. Brustwirbel

  • Sich zu viel auf die Schultern laden
  • Hartherzigkeit, Freudlosigkeit
  • Mangelndes Selbstvertrauen
  • Keine eigene Meinung, zu angepasst sein

4.-8. Brustwirbel

  • Wut, Verbitterung, Härte zu sich selbst
  • Selbstvernachlässigung, zu viel Sorgen um andere
  • Süchte (v.a. Essen und Trinken)

9.-12. Brustwirbel

  • Unterdrückte Aggression
  • Partnerschaftsprobleme, Kontaktprobleme,
    Beziehungsängste, Unsicherheit
  • Probleme mit Loslassen

Lendenwirbel

  • Verkrampfung, Panikgefühle
  • Probleme beim Verarbeiten des Alltags
  • Fehlende Geborgenheit

Nicht zu vernachlässigen sind psychische Hintergründe. Unser Körper reagiert auf das, was wir denken und fühlen. Kummer und Stress bewirken im wahrsten Sinne des Wortes einen schweren Kopf und führen so u. a. zu Nackenverspannungen. Auf Dauer kann sich dies bis in die Lendenwirbelsäule auswirken, da der gesamte Sehnen-/Muskelapparat dabei verzogen wird.

Verschiedene Autoren der alternativen Medizin (Dieter Dorn à Dorn-Breuss-Wirbeltherapie ®; Rüdiger Dahlke u. a.) haben Ansätze entwickelt, wonach unsere körperlichen Befindlichkeiten auch unsere psychische Verfassung widerspiegeln. Ängste und starre, verkrampfte Lebenseinstellung z. B. werden dem unteren Brustwirbel- und dem Lendenbereich zugeordnet; Wut, Sorgen, Hartherzigkeit oder Unterdrückung/mangelnde Liebe dem oberen Brustwirbelbereich.

Des Weiteren lässt sich bereits oft aus der Körperhaltung vieles über seelische Ungleichgewichte schließen. Der Depressive wird nicht grundlos auf Illustrationen mit nach vorn gebeugter, niedergedrückter Haltung dargestellt.

 

Maßnahmen gegen Rückenschmerzen

Generell sei zur Vorsicht gemahnt, was den Konsum von Schmerzmitteln betrifft. Akut lässt sich die Einnahme nicht immer vermeiden, v. a. wenn der Schmerz unerträglich ist. Da sich der Körper aber mit der Zeit an die Schmerzmittel gewöhnt, verlieren diese zunehmend ihre Wirkung. Auch mögliche Nebenwirkungen sind nicht zu unterschätzen.

Der wichtigste Schritt sollte sein, den möglichen Ursachen der Rückenprobleme genau auf den Grund zu gehen. Ist der Schmerz körperlich bedingt oder liegen seelische Konflikte oder sonstiger Stress vor? Ernähre ich mich gesund, bewege ich mich regelmäßig und vor allem gleichmäßig? Stellt man Defizite in dem einen oder anderen Bereich fest, ist man logischerweise gut beraten, die Ursache zu beseitigen.

Das A und O ist ein gutes Training der Rückenmuskulatur. Dabei sollte man beachten, dass man sich an eine Art Pyramidensystem hält.Pyramide

  • Die unterste Ebene ist eine gute Beinarbeit, die für grundlegende Stabilität sorgt.
  • Die zweite Stufe ist der untere Rumpfbereich, bestehend aus der unteren Rückenmuskulatur und auch der Bauchmuskulatur, die häufig vernachlässigt wird.
  • Die obere Ebene betrifft dann die Schultern, Arme und den Nacken, die gleichfalls gut trainiert sein sollten.

Generell ist Gleichmäßigkeit des Trainings zwischen rechts und links, oben und unten, aber auch vorn und hinten sehr wichtig! Oft sind bereits regelmäßige Spaziergänge und Joggen eine gute Grundlage. Das ist schon wegen der natürlichen Bewegung sehr gesund und es wird dabei fast die gesamte Körpermuskulatur gleichzeitig trainiert. Auch Yoga oder Qi Gong können unterstützend angewandt werden. Im Beruf sollte für regelmäßige, abwechslungsreiche Bewegung gesorgt werden, indem man beispielsweise kleine Arbeitsabläufe einbaut, die einen zwingen, aufzustehen und sich körperlich zu betätigen. Dabei wird auch der Kopf zwischendurch frei gemacht und die Konzentration (und dementsprechend auch die Arbeitsleistung als solche) verbessert.

Nordic Walking in Leipzig
Nordic-Walking-Gruppe im Clara-Zetkin-Park © RD

Ich persönlich kann die Arbeit mit Gymnastikbändern empfehlen. Diese sind preisgünstig in unterschiedlichen Stärken in Sportfachgeschäften zu bekommen. Im Internet lassen sich bereits mit einfachen Recherchen viele sehr gute Trainingsanleitungen sowohl in Text- als auch in Videoform finden (s. u.).

Mit abschließenden Selbstdiagnosen sollte man sich jedoch zurückhalten, auch ist die reine Information aus dem Internet mit Vorsicht zu genießen. Sind die Schmerzen von Dauer oder überschreiten sie eine gewisse Stärke, sollte ein Experte aufgesucht werden (Arzt oder Heilpraktiker), mit dem man dann auch über sonstige therapeutische Maßnahmen sprechen kann.

 

Weiterführende Links/Buchempfehlungen:
 
 
Rüdiger Dahlke, „Krankheit als Symbol“, Bertelsmann 2007
Olaf Breidenbach/Rebecca Erlewein, „Lehrbuch Dorn-Therapie“, Haug-Verlag 2010
 
Theraband ® Workouts:
Bauch-Beine-Gesäß-Training mit drei verschiedenen Levels (nicht nur für Frauen geeignet!):

Weitere Beiträge zu gesunde Gedanken

  • facebook
  • RSS